China

12. března 2010 v 19:44
Industrial Park Souzhou
Industrial Park Suzhou

Eine der üblichen Dienstreisen nach Changzhou. Wenn es so weiter geht, kommt aus unserer Abteilung jeder mal dran.

Abflug ab Zürich mit KLM (Boeing 737) nach Amsterdam. Das firmeneigene Reisebüro liess uns die Wahl zwischen Lufthansa (über Frankfurt) und KLM (via Amsterdam).
Bei der Lufthansa wäre es auf sowohl auf dem Hin -, wie auf dem Rückflug eine Boeing 747-400 gewesen, ohne IFE. KLM setzt auf der Shanghairoute neben der 747-400M die Boeing 777-200ER ein. In diesem Supervogel ist jeder Sitz mit einem individuellem IFE ausgestattet (eine Auswahl an ca. 50 Spielfilmen und unzähligen Games wird angeboten). Dies ist ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei einem zwölfstündigen Interkontinentalflug. Mit diesem Jet werden wir nach Pu Dong fliegen. Zurück geht es dann mit der legendären 747. Die Wahl ist natürlich auf KLM gefallen. Jeder, der jemals Our Man in Havanna gelesen hat, würde sowieso mit der KLM fliegen. Ein Interkontinentalflug mit den Händen an der Hosennaht, umgeben von deutscher Effizienz und sprödem Charm wäre unerträglich.

Nach fünf Stunden (Jürg wollte ursprünglich einen Abstecher nach Amsterdam machen, um sich in einem Coffeeshop auf China vorzubereiten, es wäre jedoch zeitlich zu knapp geworden) unendlicher Warterei in Schiphol beginnt die eigentliche Reise.
Wie lange brauchte Marco Polo, bis er auf dem Hofe Kublai Chans ankam? Falls er wirklich jemals in China war. Heutzutage werden seine Reiseberichte angezweifet, denn er erwähnte in ihnen weder Tee, noch die Chinesische Mauer.

Ich würde viel lieber mit der transsibirischen Eisenbahn reisen. Dann irgendwo in Sibirien auf den Zug nach Peking und Schanghai umsteigen.
Ein Traum wäre eine Schiffsreise nach Schanghai gewesen. Ein Pfad an den Gestaden unzähliger Abenteuergechichten meiner Kindheit entlang. Sindbad, Karl May, Otakar Batlicka, Frederick Marryat, ...

Eine unglaublich lange Schlange wartet vor dem Eingang zum Fingerdock. Aus dem Fenster sieht man unsere Boeing 777-200ER. Ich habe viel über dieses Flugzeug gelesen. Ein Riesenflugzeug (Boeings Antwort auf die A340, sogar Air France ist heutzutage einer der grössten Betreiber der Boeing 777), jedoch nur mit zwei Triebwerken. Aber was für Triebwerke! Zwei Rolls-Royce Trent 895, mit einem Bläserdurchmesser von beinahe drei Metern. Dies entspricht fast dem Rumpfdurchmesser der Boeing 737 oder des Airbus A320. Wir werden die meiste Zeit über den unendlichen Weiten Sibiriens schweben. Der kurze Sprung an Dänemark vorbei, über die Ostsee in Richtung St. Petersburg zählt fast nicht. Würden wir jedoch zwölf Stunden über den Pazifik fliegen, wären mir vier Triebwerke lieber.

Vor der Landung in Pu Dong verteilen die Flugbegleiterinnen verschiedene Formulare, die wir den chineschischen Grenzbeamten zusammen mit dem Pass überreichen müssen. Erinnerungen an meine Reisen in die CSSR werden wach. Der gleiche sozialistische Schlendrian. Der Mensch wird zu einem, mit einer Nummer versehenen, Viehstück degradiert und ist von nun den Launen allmächtiger Beamter ausgesetzt.

Pu Dong ist riesig, die Hallen mit den angepfropften Fingerdocks sind kilometerlang. Ausser Grossraumjets sind keine anderen Flugzeuge zu sehen. Was wollen wir Ameisen aus Europa eigentlich hier, bei den altneuen Herrschern der Welt?

Die Kollegen aus Valence stossen ebenfalls nach einiger Zeit zu uns. In der Eingangshalle warten wir gemeinsam auf unser "Taxi", das uns nach Changzhou bringen soll. Ursprünglich wollte Geoff direkt nach der Ankunft zur "Problemfirma" in Suzhou fahren. Da wir alle ziemlich geschlaucht sind, fahren wir jedoch zuerst nach Changzhou und gehen den Problemfall erst am nächsten Tag an. Also fahren wir von Pu Dong in Richtung Nordosten. Die Schnellstrasse führt uns zunächst der Transrapidstrecke entlang, dann über eine ziemlich lange Hängebrücke. Ich glaube es ist die Yangpu - Brücke über den Fluss Huangpu. Nach ca. zwei Stunden Fahrt haben wir Shanghai endlich verlassen und sind wohl nun "auf dem Land". Die Landschaft entlang der Autobahn ist topfeben und scheint sumpfig zu sein. Von der Sonne ist keine Spur zu sehen. Man hatte uns vorgewarnt, dass wir die Sonne erst wieder während des Rückflugs aus dem Flugzeugfenster sehen würden.

Autobahn
 

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Komentáře

1 Kamarad do deste Kamarad do deste | 28. března 2010 v 1:35 | Reagovat

Good stuff! Headweakegg would have no idea.

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